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Johanna, Jahrgang 2000, zog 2019 nach Lütten Klein
@Tom (Redaktion "Stadtgespräche") . . 02. Sep 2026

Ich zog 2019 fürs Studium nach Lütten Klein und habe zunächst ein halbes Jahr in einer WG gewohnt, weil das die einzige bezahlbare Wohnmöglichkeit war. Danach zog ich eine Straße weiter zu meinem damaligen Freund und heutigen Mann. Die Wohnung wurde von einem privaten Wohnungsunternehmen vermietet und war ziemlich teuer. Dort wohnten wir ungefähr zwei Jahre, ehe wir uns eine Dreiraumwohnung suchten, weil wir unser erstes Kind bekamen. In dieser Wohnung wohnen wir nun seit vier Jahren, inzwischen sogar schon mit zwei Kindern und möchten eigentlich unbedingt weg, in ein eigenes Haus, gern auf dem Dorf. Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden, auf einem Hof mit jahrhundertelanger Familientradition, mit ganz viel Land und direkt am Wasser. Das vermisse ich schon und für unsere Kinder wäre es sogar noch wichtiger. Aber auch für mich persönlich ist das Wohnen im Plattenbau schwierig: Man steht nicht auf eigenem Boden, wenn man vor die Tür geht, sondern ist direkt in der Öffentlichkeit. Das geht sicher Leuten anders, die so aufgewachsen sind und das von klein auf kennen. Mein Mann ist in Lütten Klein aufgewachsen, aber für ihn ist es auch wichtig, dass die Kinder unkompliziert mal vor die Tür können. Als er Jugendlicher war, zogen seine Eltern mit ihm nach Lichtenhagen-Dorf, in ein Haus mit Garten. Das möchte er selbst auch wieder haben. Aber der Hauptgrund sind die Kinder. Wenn wir zum Beispiel vom Kindergarten nach Hause gehen, läuft mein Großer am Weg lang und spielt die ganze Zeit mit Stöckern am Straßenrand. Das gefällt mir gar nicht, wegen des vielen Verkehrs und des herumliegenden Mülls. Also ziehe ich ihn dann immer weiter. Aber eigentlich möchte ich, dass er draußen entspannt spielen und Spaß haben kann. Ich kenne das halt anders. Ich kann mich hier nicht anfreunden mit der Stadt.

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