@Tom (Redaktion "Stadtgespräche") .
. 02. Sep 2026
Nächstes Jahr liegt mein Umzug nach Lütten Klein schon zwanzig Jahre zurück. Früher habe ich in Evershagen gewohnt, neben der Gärtnerei, in der ich bis zur Wende arbeitete. Leider war sie der zweite Betrieb in Rostock, der nach 1989 geschlossen wurde, weil dann alles aus Holland kam. Später wurde auch das Haus versteigert, in dem ich damals wohnte und wir mussten ausziehen. Eigentlich wollte ich in Evershagen bleiben, aber dort habe ich keine Wohnung gefunden. Um möglichst in der Nähe zu bleiben, zog ich nach Lütten Klein, in die Helsinkier Straße. Ich bin hier ganz zufrieden.
Ich unterhalte mich gern mal mit den Älteren im Haus. Einige von ihnen sind pflegebedürftig und seit ich hier wohne, sind schon einige von ihnen verstorben. Dann ziehen jüngere Leute nach, aber die gehen oft eher ihre eigenen Wege. Man sieht sich nicht so häufig, hat unterschiedliche Gewohnheiten und gehört auch zu unterschiedlichen Generationen, das darf man nicht vergessen.
Lütten Klein hat sich in diesen zwei Jahrzehnten schön entwickelt. Eigentlich müsste ich nicht in die Innenstadt fahren. Man kann hier gut einkaufen, in der Einkaufspassage Stockholmer Straße oder im Warnowpark. Und es gibt die Kultur- und Sportangebote im Roten Haus. Früher bin ich auch oft ins Kino gegangen, heute hat man auch noch andere Möglichkeiten. Schlimm finde ich die Bürgersteiggestaltung, besonders hier in der Helsinkier Straße. Ein Abschnitt wurde gerade neu gemacht. Berufsbedingt bin ich oft mit Senioren im Rollstuhl oder mit Rollator unterwegs. Die Übergänge sind immer noch schwierig. Man braucht eigentlich einen Kurs, um gut mit dem Rollator durch den Stadtteil zu kommen.
Eigentlich würde ich gern nochmal umziehen, auch mit Blick auf mein Alter. Ich wohne zurzeit im vierten Stock und sehe immer, welche Probleme viele unserer Senioren mit vielen Treppen haben. In meinem Haus gibt es keinen Fahrstuhl. Andere Wohnungen im Block haben einen, aber der hält immer nur auf der halben Etage. Man muss trotzdem noch acht Stufen laufen. Aber Wohnraum ist rar, daher muss man sich rechtzeitig anmelden. Deshalb habe ich meiner Genossenschaft schon mitgeteilt, dass ich irgendwann in eine altersgerechte Wohnung umziehen möchte, gern noch vor der Rente, damit ich mich noch ein bisschen einleben kann. Und wenn diese Wohnung in Lütten Klein wäre, wäre das super.





Ihr Kommentar