@Tom (Redaktion "Stadtgespräche") .
. 02. Sep 2026
Ich bin 1995 in Lütten Klein geboren und habe hier gewohnt, bis ich mit 21 von zu Hause auszog. Ich erinnere mich noch, dass wir immer viel vor der Tür gespielt haben. Damals gab es da, wo heute die Seniorenresidenz steht, noch einen Spielplatz und eine große Wiese. Da haben meine Schwester und ich viel gespielt, weil wir direkt nebenan wohnten. Meine Eltern konnten aus dem Küchenfenster gucken, was wir da eigentlich machen. Um die Wiese herum wuchsen viele Büsche und Bäume, auf deren Ästen wir wunderbar herumklettern konnten. Wir spielten damals oft ein Spiel, bei dem es darum ging, nicht herunterzufallen. Außerdem gab es einen kleinen Berg mit einer Rutsche, da sind wir runtergerodelt, wenn es mal schneite. Der Berg war eigentlich superklein, aber als Kind hat es gereicht.
Meine kleine Schwester und ich waren eigentlich immer sehr artig. Aber einmal wurden wir von sechs Jungen mit Esskastanien bespuckt. Ich weiß noch, dass meine Mutter sehr wütend war, weil wir von oben bis unten bespuckt waren und natürlich geheult haben. Als meine Schwester und ich eine Woche später wieder rausgingen, kam einer dieser Jungs und wollte sich bei uns entschuldigen. Meine Schwester war noch ganz klein und verstand das nicht. Sie nahm eine Handvoll Kieselsteine und warf sie dem Jungen ins Gesicht. Danach bin ich nicht mehr so oft rausgegangen, weil ich ihm gern aus dem Weg gehen wollte.
Ich weiß, dass die Jugendgruppe sich dann ein Geheimversteck gebaut hat. Das fanden wir so schön, dass wir uns auch eins bauten. Wenn die Wiese nicht gemäht wurde, sind dort überall die Grashüpfer rumgesprungen. Mit meiner besten Freundin habe ich die immer gesammelt, das fanden wir cool.
Ich bin hier in Lütten Klein in den Kindergarten und zur Schule gegangen. Ich wurde noch in den Altbau von „Lütt Matten“ eingeschult, der Neubau kam erst nach dem Ende meiner Schulzeit. Den schlechten Zustand des alten Gebäudes habe ich als Kind gar nicht so wahrgenommen, nur die Toiletten fand ich damals schon sehr eklig. Als ich meine Ausbildung als Erzieherin begann, war ich wieder hier. Da war das Haus dann schon so marode, dass einem die Fenster entgegenfielen und es reinregnete. Wenn es eine Sturmwarnung gab, hatten wir früher Schluss, weil man nicht sicher sein konnte, dass wir nicht von den Fenstern erschlagen werden. Damals wohnte ich noch in Lütten Klein, weil ich in der Ausbildung noch kein Geld verdiente und weiter bei meinen Eltern leben konnte.
Als Jugendliche war ich nicht besonders aktiv, habe viel auf dem Bett gesessen und gelesen. Aber das Kino hier war immer sehr schön. Außerdem hatte ich hier viele Freunde, die ich schon seit der Kindergartenzeit kannte. Alle wohnten ganz in der Nähe und wir trafen uns oft, häufig auf der Wiese meiner Kindheit. Deshalb war es sehr schade, dass sie bebaut wurde. Damit war unsere gemeinsame Zeit dort vorbei.
Nach dem Ende meiner Ausbildung zog ich dann nicht weit weg nach Evershagen. Meine Eltern wohnen noch hier, meine Schwiegermutter und meine Oma auch. Mein großer Sohn geht in Lütten Klein in den Kindergarten, mein kleiner Sohn auch bald. Wir sind also noch oft hier, wegen der Menschen, die hier noch wohnen, aber auch um ins Kino zu gehen, einzukaufen oder gut essen zu gehen.





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