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Christin W., Jahrgang 1977, lebt seit ihrer Geburt in Lütten Klein
@Tom (Redaktion "Stadtgespräche") . . 02. Sep 2026

Meine Kindergartenzeit in Lütten Klein verbrachte ich in der Kita, die heute „Lütt Birkenkinner“ heißt. Meine damalige Kindergärtnerin sehe ich bis heute ab und an. Damals gab es hier im Stadtteil viele Kinder. Die Kinder aus unserem Haus haben viel zusammen gespielt, oft haben wir uns oben bei den Nachbarn Buden gebaut. Unsere Eltern arbeiteten ja alle bei der Armee und kannten sich untereinander gut. Ich sprach die anderen Erwachsenen mit Onkel und Tante an. Ich erinnere mich auch noch gut an unsere Weihnachtsfeiern unten im Trockenraum, mit einem eigenen Weihnachtsbaum. Da kam dann die ganze Hausgemeinschaft zusammen. Wir stellten dort Tische und Stühle auf, es gab sogar eine Couch.

Mein Vater starb, als ich vier Jahre alt war. Er war vorher schon lange krank gewesen. Es gibt noch Bilder aus dieser Zeit, die sich zu Erinnerungen zusammenfügen, beispielsweise daran, dass er immer zuhause war und immer irgendetwas kühlen musste.

Ich ging schon als sehr kleines Kind regelmäßig zum Turmspringen, in der zweiten Klasse dann außerdem ins Orchester. Dort spielte ich dann meine ganze weitere Schulzeit lang Trompete – und sogar darüber hinaus, bis zum zweiten oder dritten Studienjahr.

Meine Jugendweihe fiel in die Wendezeit, deshalb fiel die offizielle Feierstunde aus. Wir haben dann mit der Familie zusammen gefeiert, sind gemeinsam Essen gegangen. Nach der Feier fuhren wir dann gemeinsam nach Tunesien.

Zu den meisten Menschen, die ich aus meiner Schulzeit kenne, habe ich keinen Kontakt mehr. Viele sind weggezogen, nur mit einigen schreibe ich ab und an über WhatsApp. Meine beste Schulfreundin wohnt inzwischen in den Niederlanden.

Nach der Schule habe ich erst ein Studium begonnen, bin dann aber 2007 in eine Ausbildung als Notarfachangestellte gewechselt, die ich 2010 abschloss. In der Kanzlei, in der ich damals gelernt habe, arbeite ich bis heute.

2012 zog ich in eine Wohnung im gleichen Haus, in dem ich auch meine Mutter wohnte. Unser Block ist dafür bekannt, dass hier sowohl Eltern als auch deren erwachsene Kinder wohnen: in unterschiedlichen Wohnungen, aber im selben Haus oder Block.

Ich wohne gern hier, nur ein Fahrstuhl wäre schön. Es stört mich nicht, in den vierten Stock hochzulaufen, aber wenn du Einkäufe hochschleppen musst, ist ein Fahrstuhl schon hilfreich.

Ich habe nie den Drang verspürt, aus Rostock wegzuziehen. Ich bin wirklich Rostockerin und mag meine Stadt sehr. Ich würde mich aber auch als Lütten Kleinerin bezeichnen, weil ich hier sehr verwurzelt bin. Das liegt sicher auch an der engen Beziehung zu meiner Mutter. Wahrscheinlich sind wir auch deshalb so miteinander verbunden, weil wir immer allein waren.


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